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Was ist Aushub und was sind Inertstoffe?

 

Im Kanton St. Gallen fallen jedes Jahr rund 1,3 Mio. m3 Aushubmaterial und ca. 200'000 m3 Inertstoffe an. Das sind pro Kopf 2,6 m3 Aushub und 0,4 m3 Inertstoffe. Die Gesamtmenge entspricht dem Gewicht von rund 5000 Flugzeugen des Typs A380.

Aushub ist sauberes Erd- und Steinmaterial, welches zum Beispiel beim Bau eines Einfamilienhauses, eines Gewerbebaus oder eines Schulhauses anfällt. Dieses Aushubmaterial wird als «Typ A» klassifiziert.

 

Deponieplanung Erdbau

Wird eine Strasse saniert oder vor dem Bau eines neuen Hauses ein altes Haus abgebrochen, fällt ebenfalls Material an. Das sind leicht belastete Bauabfälle, sogenannte Inertstoffe. Sie werden als «Typ B» klassifiziert. Wenn immer möglich, wird dieses Material wiederverwendet, etwa in der Herstellung von Recycling-Beton oder Recycling-Asphalt. 

 

Deponieplanung Inertstoffe

Der Anteil des wiederverwendeten Materials nimmt dabei stetig zu. Nur noch ein Drittel der leicht belasteten Bauabfälle gelangt schliesslich auf eine Deponie oder auf eine Materialabbaustelle, zum Beispiel Kiesgruben oder Steinbrüche. Inertstoffe sind ungefährliche Abfälle, welche ohne Vorbehandlung dauerhaft gelagert werden können.

Gibt es genügend Deponiestandorte?

 

Standorte Deponien

Im Kanton St. Gallen und auch in der Region Zürichsee-Linth stehen für die Entsorgung von unverschmutztem Aushubmaterial zu wenig Abbaustellen oder Deponien zur Verfügung. Dies trifft ebenso für die Ablagerung von Typ-B-Material (Inertstoffe) zu, wofür im st.gallischen Linthgebiet keine Deponien vorhanden sind. Die nächstgelegene Deponie für die Ablagerung von Inertstoffen befindet sich im glarnerischen Filzbach. Dort wurden aufgrund des immer kleiner werdenden Deponieraums inzwischen die Preise massiv erhöht, und phasenweise wird gar kein ausserkantonales Material mehr angenommen.

Das führt zur umweltbelastenden Situation, dass Lastwagen aus der Region Zürichsee-Linth mit ihrer Fracht Richtung St. Gallen, Frauenfeld oder Winterthur fahren – wo im Moment noch abgelagert werden darf. Mit der Deponie Sonnenfeld könnte dieser Notstand fürs Linthgebiet und das angrenzende Zürcher Oberland behoben werden.

Wozu ist der Richtplan da?

 

Das Gebiet Sonnenfeld ist im kantonalen Richtplan als Deponiestandort für Materialien der Typen A bis E festgesetzt. Aufgrund des vorliegenden Projektes hat die Gemeinde für den Richtplan 2020 beantragt, dass die Klassierung auf die Typen A und B beschränkt wird. Der Richtplan ist das behördenverbindliche Führungs- und Koordinationsinstrument der Raumplanung und wird im Kanton St. Gallen durch die Regierung erlassen.

Gemäss Abfallverordnung des Bundes sind die Kantone verpflichtet, eine Abfallplanung zu erstellen und die vorgesehenen Standorte im Richtplan auszuweisen. Der Kanton trägt die Verantwortung für die Suche neuer Standorte. Die Wirtschaft ihrerseits ist gefordert, sich aktiv an der Suche nach Deponiestandorten zu beteiligen.

Welche Rolle spielt die Region ZürichseeLinth?

 

Deponieplanung Region

Die Abklärungen für geeignete Deponiestandorte koordiniert der Kanton mit der Region. Ansprechpartner im Linthgebiet ist die Region ZürichseeLinth, der Verbund der politischen Gemeinden im Wahlkreis See-Gaster. 1995 wurden im Rahmen der Regionalplanung umfangreiche Standortabklärungen getroffen und in den kantonalen Richtplan aufgenommen.

Welche Rolle spielt die Gemeinde Eschenbach?

 

In die von der Region ZürichseeLinth getätigten Abklärungen Mitte der 1990er-Jahre war auch die Standortgemeinde Eschenbach involviert. «Natürlich würde der Gemeinderat es begrüssen, wenn eine neue Deponie nicht im eigenen Gemeindegebiet zu stehen käme», heisst es zwar in einer Stellungnahme. Aber: «In der Vergangenheit profitierte Eschenbach auch von Deponien in anderen Teilen des Linthgebiets. Die Region darf also von Eschenbach eine gewisse Solidarität erwarten.»